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Seigerung

Primärseigerungen entstehen während der Erstarrung, beim Phasenübergang flüssig-fest. Man unterscheidet Blockseigerungen und Kristallseigerungen. Beim Phasenübergang fest-flüssig können Sekundärseigerungen entstehen. Kristallseigerungen sind Entmischungserscheinungen. Mikroskopische Konzentrationsunterschiede kommen dadurch zustande, daß sich bei Erstarrungsbeginn zunächst solche Kristalle ausscheiden, die arm an Begleitelementen (P, S, C) sind. Erst mit fortschreitender Erstarrung reichert sich der erstarrende Anteil an. Die Kristallite zeigen einen Konzentrationsgradienten: Ihr Gehalt an Legierungselementen nimmt von innen nach außen zu. Restfelder weisen die höchste Konzentration an Begleitelementen auf. Das Ausmaß von Seigerungen wird durch die Größe des Erstarrungsintervalls, die Diffusionsfähigkeit der Begleitelemente in den beiden beteiligten Phasen und die Erstarrungsbedingungen bestimmt. Kristallseigerungen beeinträchtigen eine Reihe von Stahleigenschaften. Deshalb ist es ratsam, ihnen durch Diffusionsglühen - auch in Kombination mit einer Vorverformung - zu begegnen. Seigerungen lassen sich mit der Mikrosonde, durch Beizproben, Heyn´sche oder Oberhoffer-Ätzung sowie auch durch den Baumann-Abdruck nachweisen.

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